"Jede Art zu schreiben ist erlaubt, nur nicht die langweilige."

Dieses Zitat von Voltaire hängt am Schrank gegenüber meines Schreibtischs und wann immer ich schreibe, versuche ich mich, an diese Regel zu halten. Nun sind Kurzbiografien auf Websites nur selten spannend. Geboren, aufgewachsen und nun neben dem täglichen Broterwerb engagiert im Kampf gegen die Ausrottung der Südaustralischen Beutelratte. Lass mich also versuchen, meine Biografie im Sinne Voltaires etwas interessanter zu gestalten...

 

Es war noch früh am Morgen, als Mary über den imposanten Vorplatz des Leipziger Messegeländes lief. Eigentlich war das so gar nicht ihre Zeit. Eigentlich war sie ein Nachtmensch durch und durch. Aber heute würde sie eine Ausnahme machen. Heute und während der kommenden Tage. Es war Buchmesse und während die meisten Besucher auf die große gläserne Haupthalle zusteuern, folgt sie den vereinzelten Gestalten, die auf den Seiteneingang  mit der Ausschilderung "Fachbesucher" zuliefen. Das war das erste Mal, dass sie nicht nur als Leserin diese Hallen betreten würde.

 Sie liebte das Schreiben schon immer. Es war einer der Gründe für die Wahl ihres Studiums gewesen: Theologie. Während der beinah acht Jahre an den Universitäten Berlins und Greifswalds war immer wieder der Gedanke aufgekeimt, Bücher zu schreiben. Immer mehr Geschichten kamen ihr in den Sinn und sie schrieb sie alle auf. Seit einem guten Jahr wusste sie, dass sie so viele davon wie möglich, auch veröffentlichen und mit anderen teilen wollte. Die Messe war der erste wichtige Schritt in diese Richtung. Sie lief durch den Eingang, benutzte glücklich das Ticket mit dem fettgedruckten "F" an der Seite und dann war es so weit. Nach wenigen Schritten stand auch sie unter der gläsernen Kuppel. Um sie herum schwärmten all die anderen Bücherliebhaber. Die Stimmen summten wie in einem Bienenstock. Mary atmete tief ein und fühlte sich augenblicklich zuhause.

Während sie sich staunend umsah, ging sie im Kopf ihren Plan durch. Sie hatte sich viel vorgenommen: Sie wollte einen Verlag finden, einen Agenten oder zumindest einen guten Rat und sie wollte ihr junges Unternehmen bewerben, das sie vor nicht einmal einem Jahr als freischaffende Künstlerin gegründet hatte. Eine gute Recherche und gute Kontakte waren sicher ein guter Plan - gerade wenn man noch am Anfang stand. Sie war jetzt 27. Zu spät, um seine Lebenspläne zu erweitern? Hoffentlich nicht.

Jetzt stand sie jedenfalls da. Voller Geschichten inmitten von Menschen mit Geschichten. Sie war bereit die ihren zu erzählen. Fantasy-Geschichten, Krimis und wer wusste schon, was noch alles. Sie konnte es kaum erwarten, all die Pläne und Ideen umzusetzen, die ihr durch den Kopf geisterten. "Welt der Literatur, hier bin ich!", dachte sie mit einem Lächeln auf den Lippen und stürzte sich in das Getümmel der ersten Halle.

Diese Geschichte ist nun ein Jahr her. Hinter mir liegt bereits die Leipziger Buchmesse 2015. Es hat auch in diesem Jahr wieder viel Spaß gemacht. Und es kam die Aufregung dazu, denn meine ersten beiden Bücher, die zwei Versionen von Nafishur Praeludium (Cara und Dariel) haben nun das Licht der Buchläden und Leselampen erblicken. Weitere Romane werden hoffentlich bald folgen. Mein Vertrag für mein erstes Verlagswerk ist zumindest mit meiner Agentur besiegelt. Jetzt heißt es schreiben, schreiben, schreiben.

 

 

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